Der wandernde Parkplatz?

Sind Sie schon mal mit Ihrem Pkw in die Richtung von einem Naherholungsgebiet oder einem Park gefahren und haben dabei ein komisches Parking-Schild mit dem Wort „Wanderparkplatz“ gesehen? Haben Sie sich vielleicht auch gefragt, ob das ein Parkplatz ist, der gestern am Hauptbahnhof, heute hier am Park und morgen schon wieder in der Innenstadt, vor dem Gebäude der Stadtwerke, zu finden ist? Also ein Parkplatz, der so schmal ist, weil er sich fit hält, mit Wandern?!

So in etwa muss es für den kleinen Luca gewesen sein, als er im Auto seiner Eltern saß und die ganze Familie für den Ausflug im Heide Park einen Parkplatz für das Fahrzeug suchte. Erst am Montag hatte sein Papa die Idee gehabt und Luca hatte sich schon die ganze Woche auf heute, Samstag, gefreut. 

Als Luca mit Mama im Auto saß und sie gerade auf dem kurzen Wege zur Ausfahrt aus dem Parkhaus waren. Papa hatte die beiden angerufen und mit der Freisprecheinrichtung im Fahrzeug war der Empfang durch die dicke Betonschicht in der Tiefgarage vom Parkhaus nicht so gut. Luca sieht jede Minute dieser Situation noch glasklar vor seinen Augen. Früher hatte er immer geträumt, dass Besucher mit einem Motorrad in das Parkhaus fahren, es auf einem Parkplatz abstellen und dann zu Fuß eine spezielle Route zu einem Raumschiff nehmen, das auf dem höchsten Stellplatz vom Parkhaus immer nur alle 100 Jahre und für nur eine Stunde bliebt. 

Mit diesem Raumschiff, dachte Luca immer, hat man die Möglichkeit die Anreise zu eine Art Bahnhof vorzunehmen. Wann immer es freie Plätze in diesem Parkhaus gab, färbte sich jeder zweite Parkplatz in einem Farbton, den nur auserwählte Menschen sehen können. Die Anfahrt in die unendlich weit entfernte Stadt dauerte mit Lichtgeschwindigkeit nur eine Stunde. Aber das Parkhaus im Park, was mit einem Fahrzeug oder besser Flugzeug früher mal Öffentliche Verkehrsmittel in den Schatten gestellt hatte, ist eine andere Geschichte. „Park doch da. Da sind noch freie Parkplätze. Oder hier rechts wird gerade ein Parkplatz frei. Ach nein, das sind hier alles Behindertenparkplätze!”, sagte seine Mama genervt und holt Luca damit aus seinem Parking-Traum. 

„Die ganzen Wohnwagen hier sind bestimmt alles Dauerparker. Das Hotel, in dem wir heute übernachten, heißt übrigens Rathaus-Hotel. Die haben wohl auch ein eigenes Parkhaus. Einen Parkplatz finden wir da wohl eher, als hier, oder? Nur wegen einem Parkplatz verfahren wir doch jetzt nicht das ganze Benzin, oder? Ich sage mal, grundsätzlich können wir ja auch an der Straße Parkplatz parken, auch wenn der gebührenpflichtig ist. Meine App zeigt mir gerade online ein Parkhaus in der Nähe an, in dem man in der ersten Stunde einen der Tarife auswählen kann, der laut Information kostenfrei ist. Beachten soll man aber wohl, dass dies keine Parkmöglichkeit in einem typischen Parkhaus ist. Denn die Parkgebühr, wenn wir auf dort auf einem Stellplatz parken, soll sich direkt in der Lüneburger Heide befinden. Das klingt doch entspannt und kommt uns doch gerade gelegen. Es ist hier einfach zu voll am Heide Park. Ich checke mal die Öffnungszeiten der Parkfläche und dem Beispiel folgend, kann ich den Preis für die Einfahrt schon jetzt bezahlen.”